Albaner:innen und Schweizer:innen – seit Jahrhunderten in Kontakt
Vom Konzil von Basel bis zur heutigen Diaspora
Albaner:innen in der Schweiz kennt man heute vor allem aus dem Fussball, Schweizer:innen im albanophonen Raum als Unternehmer:innen oder Tourist:innen. Die Verbindung wirkt jung. Sie ist es nicht.
1431 nimmt am Konzil von Basel ein Bischof aus Albanien teil. Ab den 1490er-Jahren stehen sich in den Italienkriegen Schweizer Söldner und albanische Reiter in venezianischem Dienst gegenüber. 1855 besteigt Dora d'Istria als erste Frau den Mönch – die albanisch-rumänische Nationalaktivistin gilt bis heute als eine Symbolfigur der albanischen Nationalbewegung. 1921 baut der Genfer Anthropologe Eugène Pittard das albanische Rote Kreuz mit auf.
Das 20. Jahrhundert bringt die dichteste Phase: die zögerliche Anerkennung Albaniens und die rasche des Kosovo, die «Gastarbeiter» aus Jugoslawien als Kern der heutigen Diaspora, Entwicklungszusammenarbeit und Handel.
Der Vortrag zeigt, wie weit diese Kontakte zurückreichen – und was sie über beide Seiten verraten.
Die Teilnehmenden
- können die albanisch-schweizerischen Beziehungen chronologisch nachvollziehen und kennen wichtige Kontaktpunkte vom 15. bis ins 21. Jahrhundert
- erkennen, dass diese Kontakte in beide Richtungen verliefen und jeweils in grössere europäische Zusammenhänge eingebettet waren
- können gängige Vorstellungen über Herkunft und Alter der albanophonen Präsenz in der Schweiz überprüfen
- verfügen über historische Bezugspunkte für aktuelle Diskussionen zu Migration und Diaspora
- Alle, die sich für Geschichte interessieren
- Menschen mit albanophoner Familiengeschichte, die diese historisch eingeordnet sehen möchten
- Personen, die beruflich mit Diaspora zu tun haben
- Wer sich für Regionalgeschichte, Migrationsgeschichte oder die Aussenbeziehungen der Schweiz interessiet, ist ebenfalls richtig
Vorkenntnisse zu Südosteuropa sind nicht nötig
Fisnik Zyberi
Do 03.12.2026 18.15–19.45 Uhr
KostenCHF 30.–
Kursnummer264-38027
Ort
Unitobler
Lerchenweg 36
3012 Bern
Die Präsentation wird digital bereitgestellt.
MitbringenAuf Wunsch Notizmaterial
TeilnehmendeMin. 7